Hamburg

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Hamburg

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HaŐ£m|burg:
Stadt u. deutsches Bundesland.

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HaŐ£mburg,
 
Freie und HaŐ£nsestadt Hamburg - so lautet die amtliche vollst√§ndige Bezeichnung - ist nach seiner Verfassung ein Land der BRD. Der Stadtstaat liegt an der Niederelbe, etwa 110 km oberhalb ihrer M√ľndung in die Nordsee und an der M√ľndung der Alster und der Bille in die Elbe; mit der Insel Neuwerk in der Elbm√ľndung 755,3 km2 gro√ü (davon 61,0 km2 Wasserfl√§chen) mit (1999) 1,704 Mio. Einwohnern; in sieben Bezirke unterteilt: Mitte (einschlie√ülich Neuwerk), Altona (seit 1937), Eimsb√ľttel (1894), Nord (1913), Wandsbek (1937), Bergedorf (1868/1937) und Harburg (1937).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 6. 6. 1952 w√§hlt das Landesparlament (B√ľrgerschaft; 121 auf vier Jahre gew√§hlte Abgeordnete) die Regierung (Senat); eine Abwahl des Senats oder einzelner Senatoren kann nur erfolgen, wenn zugleich eine Ersatzwahl stattfindet (konstruktives Misstrauensvotum). Der Senat w√§hlt aus seiner Mitte (zurzeit zw√∂lf Senatoren) auf die Dauer eines Jahres (M√∂glichkeit der Wiederwahl) den Pr√§sidenten (Erster B√ľrgermeister) und dessen Stellvertreter (Zweiter B√ľrgermeister). Gesetze werden von der B√ľrgerschaft beschlossen; der Senat hat ein aufschiebendes Veto, das von der B√ľrgerschaft mit absoluter Mehrheit √ľberstimmt werden kann. Der Erste B√ľrgermeister verf√ľgt √ľber keine Richtlinienkompetenz. Die bisherige Ehrenamtlichkeit der Landtagsabgeordneten wurde im Mai 1996 aus der Verfassung gestrichen.
 
 
Das in seiner heutigen Form 1834 beschlossene Wappen von Hamburg zeigt im Schild eine in ihrer Grundform auf das gro√üe Stadtsiegel von 1254 zur√ľckgehende Burg (Darstellung der Hammaburg) mit drei T√ľrmen; √ľber dem rechten und linken Turm befindet sich ein Stern, √ľber dem mittleren ein Kreuz, das an das fr√ľhere Erzbistum Hamburg erinnert. Im gro√üen Landeswappen ist der Schild von einem reich verzierten Spangenhelm √ľberh√∂ht, gehalten wird er rechts und links von zwei r√ľckw√§rts schauenden L√∂wen.
 
 
Die Verwaltungsaufgaben werden von den dem Ersten B√ľrgermeister unterstehenden Senats√§mtern, den von einem Senator (Pr√§ses) geleiteten Fachbeh√∂rden und in den sieben Bezirken von den Bezirks√§mtern wahrgenommen. In den Fachbeh√∂rden wirkt das Volk √ľber Deputationen (Pr√§ses und 15 von der B√ľrgerschaft gew√§hlte Mitglieder), in den Bezirks√§mtern √ľber die Bezirksversammlungen mit, die jeweils f√ľr die Dauer der Wahlperiode der B√ľrgerschaft gew√§hlt sind.
 
 
Oberste Gerichte sind das Hamburgische Verfassungsgericht, das Hanseatische Oberlandesgericht, das Oberverwaltungsgericht, das Landesarbeitsgericht, das Landessozialgericht. Ferner bestehen ein Landgericht, das Amtsgericht Hamburg mit f√ľnf angeschlossenen Amtsgerichten, ein Verwaltungsgericht, ein Arbeitsgericht, ein Sozialgericht und ein Finanzgericht.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Hamburg hat Anteil an drei Naturr√§umen: der s√ľdholsteinischen Geest, dem Urstromtal der Niederelbe und dem Endmor√§nengebiet der Schwarzen Berge.
 
Der Geestrand im n√∂rdlichen Teil Hamburgs zwischen Blankenese und Bergedorf f√§llt zum Teil steil (besonders im Westen) zur Elbe ab, er wird unterbrochen von der Niederung der Alster, die zur Au√üenalster und Binnenalster aufgestaut ist. - Das Urstromtal ist √ľberwiegend von Flussmarschen erf√ľllt. Im S√ľdosten erstrecken sich zwischen Elbe und Geestrand die Vierlande, die von Altarmen der Elbe durchflossen werden. Westlich der Vierlande spaltet sich die Elbe in die Norderelbe und die S√ľderelbe mit dem K√∂hlbrand. Das Marschland, das zwischen den beiden Armen liegt, bestand ehemals aus zahlreichen kleinen Inseln, die eingedeicht, umgeformt und aufgesch√ľttet wurden und ein zusammenh√§ngendes Gebiet bilden mit Hafen- und Industrieanlagen. Marschland ist auch das Gebiet am s√ľdlichen Elbufer zwischen Harburg und Cranz sowie das M√ľndungsgebiet der Alster. - Im S√ľden geh√∂rt zu Hamburg ein Teil der Schwarzen Berge mit den unter Naturschutz stehenden Harburger Bergen.
 
 
Bis 1910 wuchs die Bev√∂lkerung im damaligen Staatsgebiet durch Zuwanderungen aus dem Umland und dem √ľbrigen norddeutschen Raum auf √ľber 1 Mio. Einwohner (im Bereich des heutigen Staatsgebietes bereits 1900). Infolge der Kriegsereignisse nahm die Bev√∂lkerung von (1939) 1,698 Mio. auf (1946) 1,403 Mio. ab. Durch starke Zuwanderung und hohen Geburten√ľberschuss stieg sie dann auf (1964) 1,857 Mio. Bis 1986 erfolgte eine stetige Abnahme, die nicht nur durch nat√ľrliche Bev√∂lkerungsbewegungen (Sterberate h√∂her als Geburtenrate), sondern auch durch eine negative Wanderungsbilanz bedingt war: der Austausch bezog sich v. a. auf das unmittelbare Umland. Ab 1987 stieg die Bev√∂lkerungszahl durch einen stetigen Zuzug von Ausl√§ndern und ab 1989 durch Zuz√ľge aus den neuen Bundesl√§ndern und aus Osteuropa deutlich an; sie erreichte 1996 einen Stand von 1,707 Mio. Einwohnern. Von den 1998 269 179 Ausl√§ndern (15,4 % der Bev√∂lkerung) haben 25,9 % t√ľrkische, 7 % polnische, 5,1 % iranische, 5,6 % afghanische, 3,7 % portugiesische und 3,1 % griechische Staatsangeh√∂rigkeit, 13,1 % der Ausl√§nder kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie wohnen konzentriert in den Stadtteilen Kleiner Grasbrook/Steinwerder, Veddel und Billbrook (je √ľber 60 % der Bev√∂lkerung), in den Stadtteilen Sankt Georg und Klostertor/Hammerbrook (je √ľber 45 %) und in Sankt Pauli, Altstadt, Altona-Altstadt und Wilhelmsburg (je √ľber 30 %). Die Zahl der t√§glichen Einpendler betrug 1998 299 300, die der Auspendler 75 500.
 
Administrative und kulturelle Einrichtungen:
 
Hamburg ist Sitz der Landesbeh√∂rden und des Senats (Landesregierung); Internationaler Seegerichtshof (seit 1996) als bedeutendste UNO-Institution in Deutschland; Sitz mehrerer Bundeseinrichtungen, darunter: Bundesamt f√ľr Seeschiffahrt und Hydrographie, Deutscher Wetterdienst, Bundesforschungsanstalt f√ľr Fischerei, Bundesforschungsanstalt f√ľr Forst- und Holzwirtschaft. Unter den zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Instituten sind zu nennen: Deutsches Elektronen-Synchrotron (DAISY), Microstructure Advanced Research Center Hamburg (MARCH), Max-Planck-Institut f√ľr Meteorologie, Max-Planck-Institut f√ľr ausl√§ndisches und internationales Privatrecht, Heinrich-Pette-Institut f√ľr Experimentelle Virologie und Immunologie, UNESCO-Institut f√ľr P√§dagogik, Deutsches √úbersee-Institut, Bernhard-Nocht-Institut f√ľr Schiffs- und Tropenkrankheiten, HWWA - Institut f√ľr Wirtschaftsforschung, Schiffbauversuchsanstalt, Hans-Bredow-Institut f√ľr Rundfunk und Fernsehen, Institut f√ľr Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Institut f√ľr die Geschichte der deutschen Juden, drei Universit√§ten und sieben weitere staatliche Hochschulen und Bibliotheken und zwei private Hochschulen: Northern Institute of Technology und Bucerius Law School. Weitere kulturelle Einrichtungen sind Museen (darunter Kunsthalle, Museum f√ľr Kunst und Gewerbe, Museum f√ľr V√∂lkerkunde, Museum f√ľr Hamburg. Geschichte, Altonaer Museum/Norddeutsches Landesmuseum, Museumshafen √Ėvelg√∂nne, Museum der Arbeit, Deutsches Zollmuseum), Planetarium, Oper Hamburg (√§lteste deutsche Oper, gegr√ľndet 1678), Deutsches Schauspielhaus, Thalia-Theater und rd. 40 private Theater, Botanischer Garten und Hagenbecks Tierpark. Seit Oktober 1994 ist Hamburg Sitz eines katholischen Erzbischofs.
 
 
37,3 % der Bev√∂lkerung geh√∂ren der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (Sprengel Hamburg) an, 10,6 % der katholischen Kirche (Erzbistum Hamburg), etwa 3 % anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Die rd. 120 000 Muslime unterhalten √ľber 20 Moscheen in Hamburg. Von den rd. 4 300 Mitgliedern der J√ľdischen Gemeinde Hamburg, die auch das Land Schleswig-Holstein umfasst, leben rd. 3 000 in Hamburg. Insgesamt gibt es in Hamburg √ľber 100 christliche Kirchen und Gemeinden, nichtchristliche Religionsgemeinschaften (Bahais, Buddhisten, Hinduisten) und andere religi√∂se und weltanschauliche Gemeinschaften.
 
 
Die Grundschulzeit betr√§gt vier Jahre. Vorschulklassen nehmen zur√ľckgestellte schulpflichtige Kinder auf (falls die Erziehungsberechtigten es w√ľnschen, auch F√ľnfj√§hrige). Beim √úbertritt in die Sekundarstufe I (f√ľnfte bis zehnte Klasse) treten die Kinder √ľberwiegend in eine schulformabh√§ngige Beobachtungsstufe ein, rd. 40 % in die des Gymnasiums und rd. 28 % in die der Haupt- und Realschule. Etwa 32 % der Sch√ľlerinnen und Sch√ľler wechseln auf eine Gesamtschule. Im beruflichen Schulwesen gibt es neben den Berufsschulen - als Partner im dualen System der Berufsausbildung - das Berufsvorbereitungsjahr, die Berufsaufbauschulen, die Berufsfachschulen, die Fachoberschulen, die Wirtschaftsgymnasien, die technischen Gymnasien und die Fachschulen. Das Hochschulwesen umfasst: Universit√§t Hamburg (gegr√ľndet 1919), TU Hamburg-Harburg (gegr√ľndet 1979), Hochschulen f√ľr bildende K√ľnste, f√ľr Musik und darstellende Kunst, eine Hochschule f√ľr Wirtschaft und Politik, die Fachhochschule Hamburg, eine evangelische Fachhochschule und die Fachhochschule f√ľr Verwaltung. Ferner ist Hamburg Sitz einer Bundeswehruniversit√§t.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Durch seine wirtschaftsgeographische Lage hat Hamburg von der Wiedervereinigung Deutschlands und den Reformprozessen in Mittel- und Osteuropa profitiert. Strukturwandel zur Dienstleistungsmetropole: Im Strukturwandel der letzten 15 Jahre hat die Hamburger Wirtschaft eine Ver√§nderung von maritim-, rohstofforientierten und arbeitsintensiven Branchen hin zu technologieorientierten Fertigungen, zu modernen Dienstleistungen und zur Logistik- und Medienwirtschaft vollzogen. Inzwischen arbeiten 37 % der Erwerbst√§tigen im Dienstleistungssektor, 25 % im Bereich Handel und Verkehr, 18 % im Bereich Staat, private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck, aber nur noch 20 % in den produzierenden Bereichen. Der Anteil des produzierenden Gewerbes an der Bruttowertsch√∂pfung ist auf (1998) 19 % gesunken und liegt damit unter dem Anteil des Bereichs Handel und Verkehr (22 %). Die gesamtwirtschaftliche Leistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), wuchs in Hamburg zwischen 1991 und 1999 preisbereinigt um 10,7 % auf 132,5 Mrd. DM an. Damit ist Hamburg neben Hessen und Bayern eines der insgesamt drei alten Bundesl√§nder, die im genannten Zeitraum eine zweistellige Zuwachsrate verzeichnen konnten. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich gegen√ľber ihrem bisherigen H√∂chststand von (1987) jahresdurchschnittlich rd. 99 200 Arbeitslosen (Arbeitslosenquote 13,9 %) auf (1999) rd. 84 000, das entspricht einer Arbeitslosenquote von (1999) 11,7 %, bezogen auf die abh√§ngig zivilen Besch√§ftigen. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Quote (1999) in Hamburg bei 10,4 %. Mit einem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 132,5 Mrd. DM (1999) tr√§gt Hamburg 3,5 % zur gesamtwirtschaftlichen Leistung Deutschlands bei. Mit einem BIP je Erwerbst√§tigen von 139 596 DM liegt Hamburg an der Spitze aller Bundesl√§nder (Durchschnitt f√ľr Deutschland 103 371 DM).
 
Von den (1999) rd. 100 000 Industriebesch√§ftigten arbeiten 15 700 im Maschinenbau, 13 700 beim Bau und der Reparatur von Luftfahrzeugen (DASA und Lufthansa Technik AG), 12 300 in der Herstellung von Datenverarbeitungsger√§ten, in der Optik und Elektrotechnik, 9 100 im Verlags- und Druckgewerbe, 7 100 in der chemischen Industrie, 5 800 in der Mineral√∂lverarbeitung, 5 200 in der Gummi- und Kunststoffverarbeitung und nur noch 3 000 im Schiffbau. Besonders dynamisch entwickelte sich der Dienstleistungssektor (Anteil an der Bruttowertsch√∂pfung [BWS] 1999 49 %). Dahinter steht v. a. auch das Wachstum in der Medienwirtschaft, in der Hamburg in Deutschland f√ľhrend ist (Presse- und Buchverlage, Musik- und Filmwirtschaft), wie auch in den Bereichen Werbung und Design und IT-Dienstleister, Banken und Versicherungen und Logistik, das Messe- und Kongresswesen sowie Kultur- und Freizeitwirtschaft. Hamburg ist nach Frankfurt am Main wichtigster deutscher Bankenplatz und heute gr√∂√üter deutscher Versicherungsplatz. Im Hamburger Gastgewerbe arbeiten (1999) rd. 29 000 Besch√§ftigte, die einen Umsatz von 2,4 Mrd. DM erzielten. Die Kapazit√§t der Beherbergungsbetriebe umfasst 27 200 Betten, 1999 wurden 2,6 Mio. G√§ste gez√§hlt mit insgesamt 4,7 Mio. √úbernachtungen. Hamburg ist ein Zentrum des deutschen Handels. Der Au√üenhandel Hamburger Unternehmen erreichte (1999) einen Wert von 65 Mrd. DM bei der Einfuhr (dies sind 7,5 % der gesamten Einfuhren der Bundesrepublik Deutschland) und bei der Ausfuhr 43,9 Mrd. DM (4,4 % des Bundesergebnisses). Im Gro√ühandel sind (1999) 47 800 Personen besch√§ftigt; diese Handelssparte setzt j√§hrlich 120 Mrd. DM um. Der Einzelhandel hat 78 500 Besch√§ftigte und erzielt einen Jahresumsatz von 26 Mrd. DM. Gr√∂√ütes Unternehmen ist der OTTO-Versand mit 9 400 Besch√§ftigten allein in Hamburg.
 
 
Die Landwirtschaft nutzte (1997) 19 412 ha, davon ein Drittel als Ackerland. Von den √ľber 1 700 landwirtschaftlichen Betrieben sind rd. 70 % Gartenbaubetriebe. Schwerpunkte sind die Vier- und Marschlande, in denen √ľberwiegend Gem√ľse und Zierpflanzen (Blumen) angebaut werden; im Westen, am linken Elbufer, hat Hamburg einen Anteil von (1 438 ha) an einem Obstbaugebiet, das sich von der S√ľderelbe bis zur M√ľndung der Este hinzieht (Altes Land). Mit seinen Gro√üm√§rkten f√ľr Obst und Gem√ľse, Blumen, Fleisch und Fisch ist Hamburg ein bedeutendes Marktzentrum.
 
Verkehr:
 
Hamburg ist f√ľr Norddeutschland und das n√∂rdliche Europa ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Dabei ist der Hafen von besonderer Bedeutung. Er (Gesamtfl√§che 74,3 km2, darunter 43,1 km2 Landfl√§che) wurde als offener Tidehafen angelegt (durchschnittlich Tidenhub 3,55 m). 1888 gestand der Zollverband des Deutschen Reiches Hamburg ein Freihafengebiet zu (1998: 16,2 km2). Der Gesamthafen umfasst 312 Liegepl√§tze f√ľr Seeschiffe, davon 29 Gro√üschiffliegepl√§tze f√ľr Container- und Massengutschiffe, 198 Liegepl√§tze f√ľr den √ľbrigen St√ľckgut- und Massengutverkehr sowie 85 Liegepl√§tze f√ľr den K√ľstenverkehr. Die L√§nge der Kaimauern betr√§gt rd. 45 km. Gemessen am Seeg√ľterumschlag (1999: 81 Mio. t; 36,2 % des G√ľterumschlages aller deutschen Seeh√§fen) ist Hamburg der gr√∂√üte Seehafen in Deutschland (in Europa an 3. Stelle, weltweit unter den ersten 20) und der bedeutendste Transithafen: √úber 15 % seines Umschlags t√§tigt Hamburg f√ľr Skandinavien, die mittel- und osteurop√§ischen L√§nder, √Ėsterreich und die Schweiz. Hamburg geh√∂rt mit dem Containerzentrum Waltershof zu den neun gr√∂√üten Containerh√§fen der Erde (1999 √ľber 40 Mio. t G√ľterumschlag). Rd. 91 % des St√ľck- und Sachguts wurden 1999 in Containern umgeschlagen (Containerisierungsgrad 1980: 35,3 %). Von den 138 deutschen Seeschiffsreedereien haben 54 Reedereien (mit 49 % der Tonnage) in Hamburg ihren Hauptsitz. Mit dem Hinterland und der Ostsee ist Hamburg durch Binnenwasserstra√üen verbunden (Oberelbe, Elbe-Seitenkanal, Nord-Ostsee-Kanal). Der G√ľterumschlag der Binnenschifffahrt betrug (1999) 10,125 Mio. t (7,9 % des G√ľterumschlages der deutschen Binnenh√§fen, damit ist Hamburg drittgr√∂√üter Binnenhafen Deutschlands).
 
Hamburg ist der größte Eisenbahnknotenpunkt im nördlichen Europa. Die Stadt ist an das ICE-Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Der 1980 in Betrieb genommene Rangierbahnhof Maschen (Niedersachsen) ist einer der modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Im öffentlichen Nahverkehr spielen Schnellbahnen (U- und S-Bahnen mit einer Streckenlänge von 313 km und 191 Haltestellen) die Hauptrolle.
 
Das Stra√üennetz Hamburgs umfasst (1999) 3 945 km (davon 82 km Autobahn, im O die A 1, im Westen die A 7 mit ihrem 1975 fertig gestellten Elbtunnel, der zurzeit um eine 4. R√∂hre erweitert wird). Von den √ľber 2 472 Br√ľcken (davon rd. 1 000 √ľber Gew√§sser) geh√∂ren 1 200 zum Stadtstra√üennetz, fast 400 zum Verkehrsnetz des Hafengebietes. Die Hafenteile im Osten und Westen des K√∂hlbrands sind seit 1974 durch die K√∂hlbrandbr√ľcke verbunden.
 
Auf dem Hamburg Airport (mit dem Werftbetrieb der Lufthansa Technik AG; 5 500 Beschäftigte) wurden 1999 insgesamt 129 864 Starts und Landungen getätigt und dabei 9,3 Mio. Passagiere abgefertigt (Platz 4 in Deutschland). 1993 wurde ein neues Terminal eröffnet.
 
Bedeutendstes st√§dtebauliches Projekt der Hansestadt ist gegenw√§rtig die HafenCity. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Innenstadt entsteht auf rd. 100 ha ehemaliger Hafenfl√§che ein neuer Stadtteil am Wasser mit rd. 5 500 Wohnungen, Arbeitsst√§tten f√ľr rd. 20 000 Menschen und einer Vielzahl neuer kultureller Angebote.
 
 
Nach dem Stadtbrand von 1842, dem fast ein Drittel der Bauten der Innenstadt zum Opfer fielen, begannen weit reichende st√§dtebauliche Ver√§nderungen. Weitere pr√§gende Wirkung hatte die stadtplanerische T√§tigkeit von F. Schumacher (1909-33). Trotz Errichtung zahlreicher B√ľrohochh√§user nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die T√ľrme der f√ľnf Hauptkirchen f√ľr die Silhouette der Stadt bestimmend.
 
Die Hauptkirche Sankt Petri (vermutlich schon im 11. Jahrhundert gegr√ľndet, Neubau im 14. Jahrhundert) wurde nach dem Stadtbrand 1844-49 als vierschiffige neugotische Backsteinhallenkirche errichtet, der Turm 1873-77. Zu der wertvollen Ausstattung z√§hlte der ehemalige Hauptaltar von Meister Bertram (1379, heute Kunsthalle). Von der ehemaligen Hauptkirche Sankt Nikolai ist nur der 145 m hohe Turm (1882) erhalten, ein Ersatzbau wurde 1961-63 in Harvestehude von Gerhard Langmaack errichtet. Die Hauptkirche Sankt Katharinen (Mitte des 13. Jahrhunderts bezeugt), urspr√ľnglich eine kleine dreischiffige Stufenhalle, wurde seit Mitte des 14. Jahrhunderts bis nach 1450 durch eine gro√üe Pseudobasilika ersetzt (reiche Ausstattung); die westliche Turmfassade (1732-37) tr√§gt eine doppelte welsche Haube. Die Hauptkirche Sankt Jacobi (14./15. Jahrhundert; erste Erw√§hnung 1255) mit Trinit√§tsaltar der B√∂ttcher (vor 1518) besitzt au√üerdem eine Schnitger-Orgel (1689-93). Die Hauptkirche Sankt Michaelis ist ein stattlicher Barockbau, ihr Westturm (¬ĽMichel¬ę) ist das Wahrzeichen von Hamburg; daneben die Krameramtswohnungen (1676/77).
 
Das Rathaus wurde 1886-97 unter Beteiligung mehrerer Architekten im Stil des Historismus errichtet. Aus dem 19. Jahrhundert stammen u. a. die Kunsthalle (1863-68; mit Anbauten 1914-19 und 1956), die Staatsoper (urspr√ľnglich1827 als Stadttheater erbaut; Umbau 1873-77 und 1925-26, 1953-55 Neubau des 1943 zerst√∂rten Zuschauerhauses), die B√∂rse (1839-41; 1950 restauriert und dem modernen Gesch√§ftsverkehr angepasst) und die Alte Post (1845-47; 1969-70 umgestaltet). An Bauten des fr√ľhen 20. Jahrhunderts sind zu nennen: die Musikhalle (1904-08; im Foyer das Brahms-Denkmal von M. Klinger, 1909), die Landungsbr√ľcken (1907-09) und der Elbtunnel (1907-11) im monumentalen Jugendstil sowie unter den Bauten von F. Schumacher das Postzollamt mit seiner lang gestreckten Backsteinfassade (1913-15) und das Museum f√ľr Hamburg. Geschichte (1914-23). Eines der eindrucksvollsten Beispiele der Architektur der 1920er-Jahre ist das Kontorhausviertel mit Me√überghof (1923-25, von Hans und Oskar Gerson), Sprinkenhof (1927-31, von H. und O. Gerson und F. H√∂ger) und Chilehaus (1922/23, ein Hauptwerk des Klinkerexpressionismus; von H√∂ger), sowie Hapag-Haus (1923), Mohlenhof (1928) und Shell-Haus (1929-31, von E. G. Fahrenkamp). St√§dtebaulich von gro√üem Reiz ist die Umgebung der Binnenalster mit dem Jungfernstieg. Binnen- und Au√üenalster werden durch die Lombardsbr√ľcke (1865-68) und die Kennedybr√ľcke (1952) getrennt. Unter den zahlreichen Gesch√§ftsneubauten der Nachkriegszeit sind hervorzuheben: das Springer-Hochhaus (1956/1957, von Pruter & Streb), das Verwaltungsgeb√§ude der Unilever (1959-64, nach einem Entwurf von H. Hentrich und H. Petschnigg), das Verwaltungsgeb√§ude der Deutschen Ring AG (1962-64, von Joachim Matthaei und H. Graaf), das Verwaltungsgeb√§ude der Hamburger Electricit√§tswerke (1962-70, von A. Jacobsen). Seit den 1970er-Jahren entstanden zahlreiche Ladenpassagen, zum Teil durch Umbauten alter Geb√§udekomplexe unter Erhaltung des √Ąu√üeren. Die meisten Passagen befinden sich in dem Bereich zwischen Rathausmarkt, G√§nsemarkt und Colonnaden (u. a. ¬ĽG√§nsemarkt-Passage¬ę, ¬ĽHamburger Hof¬ę, ¬ĽHanse Viertel¬ę, ¬ĽGalleria¬ę). Den Bereich der Fleetinsel zwischen Alsterfleet und Herrengraben begann man seit 1988 neu zu bebauen. Bemerkenswerte Beispiele der modernen Architektur sind u. a. das Verlagshaus von Gruner + Jahr AG & Co. (1987-90) von den M√ľnchner Architekten Otto Steidle und Uwe Kiessler, Bauten von den Hamburger Architekten Konstantin Kleffel und Uwe K√∂hnholdt (u. a. Klinkerbau des neuen Musiktheaters ¬ĽNeue Flora¬ę am Holstenwall, 1990) sowie der moderne Erweiterungsbau der Kunsthalle von O. M. Ungers (1992-97), der einen Endpunkt der ¬ĽKunstmeile¬ę zwischen Alster und Elbe markiert.
 
Im Stadtteil Rotherbaum befindet sich das Universitätsviertel (Planung: Paul Seitz) mit dem Auditorium Maximum (1958/59) von Bernhard Hermkes sowie das Amerikahaus (1957) von Seitz.
 
An den Kan√§len (Fleeten) des Freihafens liegt die 1884-1910 errichtete Speicherstadt mit ihren Lager- und Kontorh√§usern im Stil des Historismus. In Hammerbrook wurde 1958-62 die neue Gro√ümarkthalle gebaut. Die Deichtorhallen (1911-13), urspr√ľnglich Blumengro√ümarkt, wurden 1988/89 von J. P. Kleihues zu Ausstellungshallen umgebaut.
 
In den Elbvororten finden sich noch viele repr√§sentative klassizistische Landsitze, so in Blankenese die H√§user an der Elbchaussee in einem von C. F. Hansen gepr√§gten Baustil, u. a. das in einem Park gelegene Jenisch-Haus (1831-33, heute Museum). Weitere Villenbauten stammen von H. van de Velde, B. Paul, H. Muthesius, P. Behrens und Martin Els√§sser (* 1884, ‚úĚ 1954). Zu den seit 1929 errichteten Wohnanlagen (z. B. an der Jarrestra√üe) kamen nach 1945 weitere Wohnbebauungen, so am Grindelberg (1948 bis 1956, zehn Hochh√§user), in Langenhorn, Bahrenfeld, Wandsbek u. a. Vororten; 1970-76 entstand die Wohnstadt Steilshop; in Harburg errichteten I. und F. Spengelin ein Wohnviertel.
 
In Altona liegen der Neubau des Christianeums (1970) von A. Jacobsen und die von Gerkan, Marg & Partner zum Kommunikationszentrum umgebaute ¬ĽFabrik¬ę. In Altengamme steht eine Rokokokirche (1748-52); weitere l√§ndliche Kirchen besitzen Allerm√∂he, Neuenfelde, Neuengamme, Niendorf, Ochsenwerder und Ottensen.
 
 Geschichte:
 
Nachdem das nordelbingische Sachsen 810 endg√ľltig in das Fr√§nkische Reich eingegliedert worden war, wurde - wahrscheinlich im Auftrag Karls des Gro√üen - zur Sicherung des von den Franken besetzten Gebietes die Hammaburg angelegt. Die in ihr liegende Kirche wurde wahrscheinlich 831 zum Bischofssitz unter Ansgar erhoben (von hier aus Missionierung des Nordens und Ostens). Der √úberfall der d√§nischen Wikinger 845 und die Zerst√∂rung des Bischofssitzes zwangen 848 zur Vereinigung mit dem Bistum Bremen und der Verlegung des Bischofssitzes dorthin. Unter den seit 1110/11 mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnten Schaumburgern setzte die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs ein, Fernh√§ndler siedelten sich an. 1188 lie√ü Graf Adolf III. von Holstein (‚úĚ 1225) durch Wirad von Boizenburg auf dem westlichen Alsterufer eine Hafenstadt mit l√ľbischem Recht (Neustadt mit ehemaliger Hauptkirche Sankt Nicolai) hinzuf√ľgen, deren wichtige Handels-, Zoll- und Schifffahrtsprivilegien auf der Niederelbe zum 7. 5. 1189 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa best√§tigt wurden (Einzelheiten umstritten). Auf diesen Privilegien beruhte Hamburgs Entwicklung zur Handelsstadt. Der Ausstellungstag wird heute noch als ¬Ľ√úberseetag¬ę gefeiert.
 
Infolge staufisch-welfischer Auseinandersetzungen geriet Hamburg 1201-27 unter d√§nische Herrschaft. Altstadt und Neustadt schlossen sich 1216 zu einem Gemeinwesen mit damals etwa 1 500 Einwohnern zusammen. Mit fortschreitender Alsteraufstauung am Reesendamm (Jungfernstieg) wurde das Vorfeld der neuen Hafenstadt zunehmend der Besiedlung erschlossen, und auf den eingedeichten Inseln s√ľdlich der Altstadt entstanden Mitte des 13. Jahrhunderts neue Viertel um Sankt Katharinen und (im Osten) um Sankt Jacobi f√ľr Kaufleute, Handwerker und Fuhrleute. Um 1260 musste der Befestigungsring erweitert werden. Um 1290 entstand an der Nahtstelle von Altstadt und Neustadt das gemeinsame Rathaus. Um 1300 hatte Hamburg rd. 5 000 Einwohner.
 
Es kam zur Ausbildung einer umfangreichen Selbstverwaltung (1410 Erster Rezess zwischen Rat und B√ľrgerschaft) sowie - unterst√ľtzt durch eine lebhafte exportorientierte Brauerei, die Hamburg den Ruf als ¬ĽBrauhaus der Hanse¬ę einbrachte - zum Hineinwachsen in eine bedeutende Stellung im hansischen West-Ost-Handel. Dabei tat sich die Stadt im 14. Jahrhundert besonders im Kampf gegen die Seer√§uber auf der Nordsee hervor, der mit der Gefangennahme und Hinrichtung von Klaus St√∂rtebeker (1400) siegreich entschieden wurde. Die Anf√§nge hamburgischer Territorialbildung an der Niederelbe (1375 Erwerb der Moorburg, 1394 der Feste Ritzeb√ľttel bei Cuxhaven) trugen wesentlich zur Sicherung der Schifffahrtswege bei. Am Ende des Mittelalters geh√∂rte Hamburg, trotz erstmaliger Rezessionserscheinungen, mit etwa 12 000 bis 14 000 Einwohnern zu den wichtigsten Zentren der hansischen Gemeinschaft. 1510 wurde die bereits unter Kaiser Siegmund (1410/33-37) als reichsunmittelbar bezeichnete Hansestadt als freie Reichsstadt best√§tigt; 1648 erfolgte die Best√§tigung durch das Reichskammergericht, was von D√§nemark erst 1768 (Gottorper Vergleich) anerkannt wurde.
 
Die Reformation, die sich in Hamburg dank des m√§√üigenden Einflusses von J. Bugenhagen (erste evangelische Kirchenordnung 1529) ohne schwere innere Ersch√ľtterung vollzog, beg√ľnstigte einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung: u. a. Gr√ľndung der ersten deutschen und nordeurop√§ischen B√∂rse durch den ¬Ľgemeinen Kaufmann¬ę, eine Vereinigung der Kaufleute (1588), √úberf√ľhrung des Tuchstapels der englischen Kaufmannsgilde ¬ĽMerchant Adventurers¬ę von Antwerpen nach Hamburg (1567). Die Einwanderung von Glaubensfl√ľchtlingen aus den spanischen Niederlanden in der 2. H√§lfte des 16. Jahrhunderts, die auf die Veredelung √ľberseeischer Rohprodukte ausgerichtete neue Gewerbe (z. B. Zuckersiederei) mitbrachten, trug zur Entwicklung Hamburgs zu einem internationalen Stapelplatz f√ľr Nordeuropa bis ins 19. Jahrhundert bei. Um 1600 z√§hlte Hamburg ann√§hernd 40 000 Einwohner, von denen jene Neub√ľrger etwa ein Viertel stellten.
 
Der niederl√§ndische Artilleriehauptmann J. van Valckenburgh baute Hamburg 1616-25 unter Einschluss des neu besiedelten Viertels um die 1606 gebaute St.-Michaelis-Kirche zu einer m√§chtigen Festung aus. Die baulichen Ver√§nderungen bestimmen noch heute das Stadtbild mit (Abschn√ľrung der Binnenalster von der Au√üenalster im Zuge der 1688 erbauten Lombardsbr√ľcke, ehemaliger Botanischer Garten, Holstenwall). Im Schutze dieser Befestigung blieb die Stadt vom Drei√üigj√§hrigen Krieg (1618-48) verschont und vermochte sich in der Folgezeit der Rivalit√§t der d√§nischen Konkurrenzgr√ľndung Altona (seit 1664 Stadt) ebenso wie der d√§nischen Belagerung 1686 zu erwehren. Zudem er√∂ffneten die brandenburgischen Wasserstra√üen (M√ľllrosekanal 1669) ein neues weites Hinterland.
 
1665 richtete Hamburg die erste deutsche Handelskammer ein. Die 1676 gegr√ľndete Hamburger Feuerkasse war die erste Feuerversicherung der Erde. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung kam Hamburg auch zu kultureller Bl√ľte (u. a. 1678 Gr√ľndung der ersten deutschen Oper in Hamburg; 1721-66 G. P. Telemann, 1766-88 C. P. E. Bach st√§dtische Musikdirektoren; die Lyriker B. H. Brockes und F. von Hagedorn). Die inneren H√§ndel patrizischer und demokratischer Gruppen Ende des 17. Jahrhunderts konnten 1708-12 durch kaiserliche Vermittlung ausgeglichen werden. Damals entstand die bis 1860 geltende Hamburger Verfassung. Nachdem 1768 Streitigkeiten mit der d√§nischen Krone beendet worden waren, begann eine Periode friedlicher Entwicklung, in der die Einwohnerzahl die 100 000-Grenze √ľberschritt. G. E. Lessing war 1767-70 der erste Dramaturg des neu er√∂ffneten Nationaltheaters; F. G. Klopstock lebte 1770-1803 in Hamburg.
 
Nach der Besetzung durch franz√∂sische Truppen (1806-14) und der Kontinentalsperre konnten die wirtschaftlichen Sch√§den verh√§ltnism√§√üig bald √ľberwunden werden. Es gelang, die Stellung der Stadt als ¬ĽDeutschlands Tor zur Welt¬ę zu wahren und zu verst√§rken.
 
1815 trat Hamburg als Freie und Hansestadt dem Deutschen Bund bei, blieb indessen dem Deutschen Zollverein vorerst fern. 1860 gab sich Hamburg eine neue Verfassung. Zwei Jahre nach dem Deutschen Krieg (1866), an dem Hamburg nicht aktiv teilgenommen hatte, wurde die Wehrhoheit auf Preu√üen √ľbertragen. Hamburg blieb aber Zollausland, was nach dem √úbergang des Reiches zur Schutzzollpolitik (1879) unhaltbar wurde. Mit den 1881 geschlossenen, 1888 vollzogenen Vereinbarungen trat die gesamte Wohnstadt Hamburg in den deutschen Zollverband ein, w√§hrend f√ľr den Hafen ein Freigebiet geschaffen wurde. Diese Regelung f√ľhrte bis zum Ersten Weltkrieg zu immer neuen Verbesserungen der Hafen- und Strombaueinrichtungen und machte Hamburg sowohl zur Seepforte als auch zu einem der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands. Demgem√§√ü stieg die Einwohnerzahl von (1880) 412 000 √ľber (1900) 706 000 schon bis 1913 auf 1 030 000 an.
 
1921 erhielt Hamburg eine parlamentarisch-demokratische Verfassung; Erste B√ľrgermeister waren: A. G. F. Diestel (1920-24), C. Petersen (1924-29, 1932-33), R. Ross (1930-31). 1933 l√∂ste die nationalsozialistische Reichsregierung die gew√§hlte B√ľrgerschaft auf und unterstellte die Stadt einem Reichsstatthalter (K. Kaufmann). 1937 wurden die preu√üischen St√§dte Altona, Wandsbek, Harburg-Wilhelmsburg und 27 Landgemeinden eingegliedert; Cuxhaven kam zur Provinz Hannover, Geesthacht zu Schleswig-Holstein. Gro√üluftangriffe (v. a. 4. 3. sowie zwischen 24. und 30. 7. 1943, 8./9. 4. 1945) richteten schwere Zerst√∂rungen an (etwa 55 000 Tote).
 
Am 3. 5. 1945 wurde Hamburg kampflos Teil der britischen Besatzungszone. Durch Demontage verlor die Stadt einen wesentlichen Teil der Werftindustrie sowie durch zwangsweise Übereignung an die Siegermächte den größten Teil der in ihr beheimateten Handelsschiffe (einschließlich der Fischereifahrzeuge). 1948 setzte der Wiederaufbau der Wirtschaft ein (Schiffsbau, Aufbau einer schifffahrtsunabhängigen Industrie, Handelsschifffahrt). Während der deutschen Spaltung (1949-90) entbehrte die Stadt einen wichtigen Teil ihres wirtschaftlichen Hinterlandes.
 
1949 wurde die Stadt Land der Bundesrepublik Deutschland. Am 6. 6. 1952 trat die ¬ĽVerfassung der Freien und Hansestadt Hamburg¬ę in Kraft. St√§rkste Partei in Hamburg wurde seit den ersten B√ľrgerschaftswahlen im November 1946 die SPD (1946-53, 1957-74, 1978-82 und 1982-86 absolute Mehrheit), von der CDU nur von Juni bis Dezember 1982 und von November 1986 bis Mai 1987 aus dieser Position verdr√§ngt. So stellte die SPD (au√üer 1953-57 K. Sieveking, CDU) den Ersten B√ľrgermeister: 1946-53 und 1957-60 M. Brauer, 1961-65 P. Nevermann, 1965-71 H. Weichmann, 1971-74 P. Schulz, 1974-81 H.-U. Klose, 1981-88 K. von Dohnanyi, 1988-97 H. Voscherau (seit 1993 in Kooperation mit der im selben Jahr entstandenen W√§hlervereinigung ¬ĽStatt Partei¬ę), 1997-2001 O. Runde (erstmals in einer Koalition mit B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen). Als drittst√§rkste politische Kraft konnten sich bis 2001 Die Gr√ľnen/GAL (seit 1982 in der B√ľrgerschaft vertreten) etablieren; zuvor besa√ü die FDP (aufgrund der F√ľnfprozentklausel des Wahlgesetzes 1978-87 und 1993-2001 in der B√ľrgerschaft nicht vertreten) diese Stellung.
 
Mit der B√ľrgerschaftswahl am 23. 9. 2001 verlor die SPD trotz leichten Zugewinns an Stimmen (auf 36,5 %; 46 Mandate) erstmals seit 1957 die Regierungsmehrheit, bedingt durch die hohen Verluste ihres Koalitionspartners (nur noch 8,5 %; 11 Mandate). Der Erfolg der ¬ĽPartei Rechtsstaatlicher Offensive¬ę (PRO, auch ¬ĽSchill-Partei¬ę genannt; gegr√ľndet 2000), die auf Anhieb 19,4 % der abgegebenen Stimmen und 25 Mandate erhielt, erm√∂glichte die Bildung einer ¬ĽB√ľrgerblock¬ę-Regierung aus CDU (26,2 %; 33 Mandate), FDP (5,1 %; 6 Mandate) und PRO; am 31. 10. wurde Ole von Beust (CDU) zum neuen Ersten B√ľrgermeister gew√§hlt.
 
 
H. u. seine Bauten. 1929-1953 (1953),
 
1954-1968 (1969),
 
1969-1984 (1984);
¬†W. Rudhard: Das B√ľrgerhaus in H. (1975);
 J.-H. Fischer: Stadtentwicklung u. Umweltplanung. Dargestellt am Beispiel H.s (1985);
 I. Möller: H. (1985);
 A. Kludas u. a.: Hafen H. (1988);
 H. Meyer-Veden u. H. Hipp: Hamburger Kontorhäuser (1988).
 
Verfassung, Recht: H. P. Ipsen: H. Staats- u. Verwaltungsrecht (51975);
 U. Brenzen u. M. Sohnke: Verf. der Freien u. Hansestadt H. (1977);
 W. Hoffmann u. H. J. Koch: H. Staats- u. Verwaltungsrecht (1986).
 
Religion: W. Gr√ľnberg u. a.: Lex. der Hamburger Religionsgemeinschaften (21995).
 
Geschichte: H. Gesch. der Stadt u. ihrer Bewohner, hg. v. W. Jochmann u. a., 2 Bde. (1982-86);
 
Industriekultur in H., hg. v. V. Plagemann (1984);
 E. Klessmann: Gesch. der Stadt H. (41984);
 J. Bracker: H. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (1987);
 
H.-Bibliogr., Bd. 1 (1995 ff., fr√ľher u. d. T. B√ľcherkunde zur hamburg. Gesch.).
 
II
HaŐ£mburg,
 
katholisches Erzbistum; am 24. 10. 1994 (Errichtungsfeier am 7. 1. 1995) im Zuge der Neugliederung der deutschen Bist√ľmer nach der Wiedervereinigung Deutschlands errichtet. Das √ľberwiegend aus Teilen des Bistums Osnabr√ľck (einschlie√ülich des Gebietes des ehemaligen Bisch√∂flichen Amtes Schwerin) und zu einem kleinen Teil des Bistums Hildesheim errichtete Erzbistum umfasst die L√§nder Hamburg, Schleswig-Holstein sowie den Mecklenburger Teil von Mecklenburg-Vorpommern und ist fl√§chenm√§√üig mit 32 610 km2 die gr√∂√üte deutsche Di√∂zese. Zur neuen Kirchenprovinz Hamburg geh√∂ren die Bist√ľmer Hildesheim und Osnabr√ľck als Suffraganbist√ľmer. Erzbischof war von 1995 (Errichtung des Erzbistums) bis Februar 2002 L. Averkamp.
 
Geschichtlich steht Hamburg in der Tradition des 831 gegr√ľndeten Bistums Hamburg, das 848 mit dem seit 787 bestehenden Bistum Bremen zum Erzbistum Bremen-Hamburg vereinigt wurde (erster Bischof beziehungsweise Erzbischof war Ansgar) und rechtlich bis zum Westf√§lischen Frieden (1648) bestand, sowie der als Suffraganbist√ľmer von Bremen-Hamburg gegr√ľndete ehemalige Bist√ľmer Oldenburg in Holstein (L√ľbeck), Ratzeburg, Schleswig und Mecklenburg (Schwerin). (katholische Kirche, √úbersicht)
 

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HaŐ£m|burg: Stadt u. Bundesland an der Elbe.

Universal-Lexikon. 2012.

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